The Ghosts Are Returning – ein post-dokumentarisches Musiktheater

Nächste Vorstellungen:
The Ghosts Are Returning – KONGO TOUR
10 Feb 2023 – 11 Feb 2023 Bâtiment du 30 juin, LUBUMBASHI
17 Feb 2023 – 18 Feb 2023 KINSHASA
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Medienspiegel

Wiebke Hüster in der FAZ am 16.11.2022 über die euro-scene Leipzig: „Das großartigste Stück des Festivals aber ist eine Koproduktion von Künstlern aus der Schweiz, Deutschland und der Republik Kongo, die unter dem Namen „Group50:50“ an ihrem „postdokumentarischen Musiktheater“ arbeiten. […] Das ist Weltmusik, vor allem aber Weltklassemusik.“

Pascale Zimmermann in der Tribune de Genève

Dorothea Marcus in deutschlandfunk kultur über die Uraufführung von „The Ghosts Are Returning“

TV-Beitrag von Richard Herold in Kulturplatz -SRF am 21.09.2022 über „The Ghosts Are Returning“.

Lorenzo Marsili in Al Jazeera: The returning of Africa and Europe’s ghosts
The time has come for the restitution of African art and artefacts looted in the colonial era and selfishly kept in Europe’s museums and universities.


Interview im SWR am 20.9.2022 mit der Dramaturgin und Regisseurin Eva-Maria Bertschy

Fabienne Naegeli in SRF 2 Kultur

Fabienne Naegeli in SRF 1 Regionaljournal

Martin Krumbholz in „nachtkritik“: „In „The Ghosts Are Returning“ machen sie aus einem aktuellen Restitutionsfall (sieben Skelette kehren aus der Schweiz nach Kongo zurück) ein, ja: beglückendes Kolonialismus-Requiem.“

Savera Kang in der Badischen Zeitung: „Komplex wie die Wirklichkeit“

Dorothea Marcus in der taz: „Als geeignete Therapiemethode erscheint das, was auf der Bühne passiert: eine gemeinschaftliche Suche nach Heilung mit Hilfe von Musik. Insofern spielt sie auch die Hauptrolle in diesem heiteren, grandiosen Konzert, einem Mash-up aus Stilen und Instrumenten, in dem sich E und U, Folklore-Elemente und Klassik-Kanon zu einem neuen Ganzen ergänzen.“

Frank Armbruster in der Stuttgarter Zeitung: „Mit dem Musikertheaterprojekt „The Ghosts are returning“ prangert das Künstlerkollektiv Group50:50 aus dem Kongo, Deutschland und der Schweiz hochaktuelle Themen wie Ausbeutung, Kolonialisierung und Restitution an.“

Corinne Orlowski im WDR3 Sendung tonart: „The Ghosts Are Returning ist eine grandios ergreifende Geisterbeschwörung, eine fröhliche Totenmesse, die den Grundstein legen kann für einen neuen konstruktiven Dialog.“

Vergangene Vorstellungen:

03. & 04.02.2023 Berlin-Premiere: The Ghosts Are Returning, CTM Festival, HAU1, Berlin
03. & 04.02.2023 The Time For Denial Is Over (Begleitendes Diskursprogramm, ausführlich), CTM Festival HAU2, Berlin
3. Februar: Programm auf der CTM Festival-Site
4. Februar: Programm auf der CTM Festival-Site
09. 11.2022 & 10.11.2022 , Festival euro-scene Leipzig, Schaubühne Lindenfels mit begleitendem Diskursprogramm „The Time for Denial Is Over“.
05.10.2022 & 07.10.2022, Vorarlberger Landestheater, Bregenz
29.09.2022 – 01.10.2022, Kaserne Basel
25.09.2022, Theaterhaus Stuttgart
23.09.2022, Premiere im FFT Düsseldorf im Rahmen des DÜSSELDORF FESTIVAL!
Das Künstler*innen-Kollektiv GROUP50:50: Elia Rediger, Kojack Kossakamvwe, Eva-Maria Bertschy, Michael Disanka, Christiana Tabaro und Patrick Mudekereza (v.l.n.r.) in Wamba 2022. Foto: Joseph Kasau

Transnationales künstlerisches Kollektiv GROUP50:50 will mit ihrem Musiktheaterstück die Restitution von sieben Skeletten vorantreiben, die 1952 ein Schweizer Arzt im Norden der D. R. Kongo exhumiert und in die Schweiz verbracht hat.

Le collectif artistique transnational GROUP50:50 veut promouvoir, avec sa pièce de théâtre musical, la restitution de sept squelettes exhumés en 1952 par un médecin suisse dans le nord de la R. D. Congo et transférés en Suisse.

Sie wollen politische Inhalte mit den Mitteln der Kunst verhandeln. Die transnationale Gruppe GROUP50:50 und PODIUM Esslingen zeigen mit dem kongolesischen Kooperationspartner Centre d’Art Waza ab September beim Düsseldorfer Festival und danach an vielen anderen Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und im Kongo ein multimediales Musiktheaterstück über eine Reise in den äquatorialen Wald, über (neo-)koloniale Verbrechen, über Tod und Trauer. Im konkreten Fall, der im Mittelpunkt des neuen Stücks steht, geht es um die durch einen Schweizer Arzt im kolonialen Kontext im Kongo erfolgte Entwendung von sieben Skeletten von dem im äquatorialen Regenwald lebenden Volkes der Mbuti: Wie kann hier eine kooperative Aufarbeitung zwischen der Schweiz und dem Kongo aussehen? Was kann die Musik und das Theater zur Restitution der sogenannten human remains beitragen? 

Ein Teil des Ensembles beim Proben für die Uraufführung von PODIUM Esslingen und Centre d’Art Waza Produktion „The Ghosts Are Returning“: Ruth Kemna, Christiana Tabaro und Elia Rediger (v.l.n.r.).
Foto: Kathrin Heller

Künstlerische Interventionen sollen an der Stelle ansetzen, wo politische und wissenschaftliche Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Gemeinsam mit den Mbuti entwickelte die GROUP50:50 singend und tanzend ein Ritual für die sieben Geister – in der Hoffnung, dass sie damit Frieden finden. Musikalisch bewegt sich die Produktion angstfrei zwischen den Genres – von der kongolesischen Rumba zu Saint-Saens, Fauré und Ligeti. Sie greift Totenklagen sowohl aus der europäischen klassischen Musik als auch aus der traditionellen kongolesischen Musik auf und setzt sich mit den uralten polyphonen Gesängen der Mbuti auseinander, die, lange bevor in Europa mehrstimmige Requiems komponiert wurden, in komplexen polyphonen Chorgesängen ihre Totenfeiern abhielten. Es entsteht eine musikalisch-szenische Totenfeier für die sieben Skelette und ihre Geister, mit einem Chor der Mbuti, der über Video mit den Musiker*innen und Performer*innen auf der Bühne ins Gespräch kommt.

Zum Hintergrund: In der Universität Genf befinden sich seit 1952 sieben „Pygmäen-Skelette“ aus der kongolesischen Provinz Ituri (heute Haut-Uele). Dort entwendete der Schweizer Arzt Boris Adé die Körper 1952 aus den Gräbern und brachte diese „human remains“ nach Genf, um da gemeinsam mit dem Direktor des anthropologischen Instituts an ihnen eine Art Forschung zu betreiben, die aus heutiger Sicht als rassistisch gilt.

Das künstlerische Team um die Theaterschaffenden Michael Disanka, Christiana Tabaro und Eva-Maria Bertschy, die Komponisten Elia Rediger und Kojack Kossakamvwe und den Kurator und Autor Patrick Mudekereza setzen an, wo Politik, Provenienzrecherche, Wissenschaft und Museen oft trotz großer Anstrengung keinen Weg eines Dialogs auf Augenhöhe finden mit den Menschen, denen etwas genommen wurde, ob Kulturgut oder wie in diesem Fall „human remains“. Trotz der großen Herausforderungen vor Ort ist es den Künstler*innen Ende Januar 2022 gelungen, durch die schwer zugängliche Region um die Stadt Wamba in die kongolesische Provinz Haut-Uele zu reisen und dort die betroffenen Gemeinschaften zu treffen. Nachdem sie ein erstes Mal von der Gruppe an die Geschichte erinnert wurden und erfuhren, dass sich die Skelette in Genf befinden, formulierten alle betroffenen Gemeinschaften und ihre Vertreter*innen klar den Wunsch, dass die sieben Skelette in Würde begraben werden und ihnen damit die Menschlichkeit zurückgegeben wird, die ihnen während der Kolonialzeit abgesprochen wurde. Die Vertreter*innen der betroffenen Gemeinschaften arbeiten zurzeit gemeinsam an einer offiziellen Restitutionsforderung.

Die Mbutis von Wamba zeigen der GROUP50:50 den rituellen Tanz, den sie bei Beerdigungen vollziehen.
Foto: Joseph Kasau

Künstlerische Interventionen sollen an der Stelle ansetzen, wo politische und wissenschaftliche Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Gemeinsam mit den Mbuti entwickelte die GROUP50:50 singend und tanzend ein Ritual für die sieben Geister – in der Hoffnung, dass sie damit Frieden finden. Musikalisch bewegt sich die Produktion angstfrei zwischen den Genres – von der kongolesischen Rumba zu Saint-Saens, Fauré und Ligeti. Sie greift Totenklagen sowohl aus der europäischen klassischen Musik als auch aus der traditionellen kongolesischen Musik auf und setzt sich mit den uralten polyphonen Gesängen der Mbuti auseinander, die, lange bevor in Europa mehrstimmige Requiems komponiert wurden, in komplexen polyphonen Chorgesängen ihre Totenfeiern abhielten. Es entsteht eine musikalisch-szenische Totenfeier für die sieben Skelette und ihre Geister, mit einem Chor der Mbuti, der über Video mit den Musiker*innen und Performer*innen auf der Bühne ins Gespräch kommt.


PODIUM Esslingen knüpft mit diesem Projekt an den Erfolg des gesellschaftskritischen Minen-Oratoriums „Herkules von Lubumbashi“ von 2019 an, das ebenfalls als Kooperationsprojekt u.a. mit dem Centre d’Art WAZA Lubumbashi umgesetzt wurde.

Beteiligte Personen

Regie: Christiana Tabaro, Eva-Maria Bertschy, Michael Disanka und Elia Rediger 
Komposition und Musikalische Leitung: Kojack Kossakamvwe und Elia Rediger 
Text: Christiana Tabaro, Eva-Maria Bertschy, Michael Disanka, Patrick Mudekereza, Ruth Kemna und Elia Rediger 
Dramaturgie und Diskurs: Eva-Maria Bertschy und Patrick Mudekereza 
Bühne und Ausstattung: Elia Rediger, Christiana Tabaro, Michael Disanka und Janine Werthmann 
Regieassistenz: Luca Maier 
Technische Leitung: Sylvain Faye
Video: Moritz von Dungern, Joseph Kasau, Franck Moka und Elia Rediger 
Ton und Sounddesign: Philipp Ruoff 
Technische Assistenz: Anton Pelzer 
Ton+Mischung Bühnenvideos: Daniel Freitag
Dirigat Bühnenvideos: Beltrán González 
Presse und Social Media: Fellow Publishing (Johannes Fellmann und Leonie Soltys)
Podcast: Denise Maheho, Franck Moka, Luca Maier 
Begleitung der Recherchen: Abé Jean de Dieu Aybeka, Benjamin Imply Ababa, Julienne Nambinomutu Tatu, Jacques Anzakpangezo
Übersetzung und Untertitel: Souzy Boukanayo, Julien Couturier, Julie Guigonis, Katia Flouest-Sell
Produktionsleitung: Pamina Rottok und Véronique Poverello 
Mitabeit Produktion: Maria Pelzer
Künstlerischer Leiter PODIUM Esslingen: Joosten Ellée 

Auf der Bühne: Ruth Kemna (Bratsche und Performance), Christiana Tabaro (Gesang und Performance), Huguette Tolinga (Perkussion), Kojack Kossakamwve (Gitarre), Franck Moka (Elektronik und Performance), Merveil Mukadi (Bass), Elia Rediger (Gesang und Performance)

In den Videos: Josée Agbepa, Jean de Dieu Bongama, Jean-Baptiste Ekaka, Mama Sese, Mukombozi, Anselm Ngobe, Tristan Köster (Cello), William V. Murray (Bratsche), Per Hakon Oftedal (Trompete), Josefine Schmidt (E-Piano), Maxine Troglauer (Bassposaune)

Wir danken den Gemeinden Bedegao, Bagoia und Akombi für ihre Gastfreundschaft und ihre Beiträge zum Projekt. 

Wir danken: Chef Apibo Medjedje, Missy M. Bangala, Bertin, Nina Burri, Prof. Donatien Dibwe dia Mwembu, Emilio Distretti, Mwazulu Diyabanza, Virginie Dupray, Katia Flouest-Sell, Joel Fonsegrieve, Simon Heinze, Prof. Eric Huysecom, Christophe Philippe Goumand, Jean-Marie, Chriss Kabongo Monga, Feza Kayungu Ramazani, Gerschom Kinkani, Rektor der Université de Lubumbashi Gilbert Kishiba Fitula, Vincent Littau, Olivier Maloba Banza Umba, Anne Mayor, Théodore Nganzi Ndoni, Prof. César Nkuku Khonde, Hannah Pfurtscheller, Ciraj Rassool, Katharina Reidy, Prof. Marc-André Rénold, Roger, Fabio Rossinelli, Annika Sautter, Bénédicte Savoy, Tobias Schütze, toute l’équipe de Studio Rizoma Palermo, Steven Walter, Isaac Yenga

„The Ghosts Are Returning“ ist ein gemeinsames Projekt von PODIUM Esslingen mit der GROUP50:50 und dem Centre d’Art Waza Lubumbashi – in Koproduktion mit CTM Festival Berlin, dem düsseldorf festival!, euro-scene Leipzig, Kaserne Basel und dem Vorarlberger Landestheater. Gefördert im Fonds TURN2 der Kulturstiftung des Bundes – gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin gefördert vom Fachausschuss Tanz & Theater BS/BL und der Stiftung Pro Helvetia.

Instagram GROUP50:50

Pressemappe inkl. PM

Programm THE TIME FOR DENIAL IS OVER @ CTM Festival

Ausführliches, kommentiertes Programm Diskurs auf dem CTM-Festival

Communiqué de presse

Begleitpublikation

Artikel über die Provenienz der Skelette (im Magazin der Universität Genf, März 2020)

Projektfotos zum Download