„The Ghosts are returning“ – Musiktheaterprojekt der GROUP50:50 und dem PODIUM Esslingen

Multimediales Theaterprojekt des Künstler*innen Kollektiv GROUP50:50 aus dem Kongo, der Schweiz und Deutschland.

Das europäisch-kongolesische Kollektiv GROUP50:50: Kojack Kossakamvwe, Elia Rediger,
Christiana Tabaro, Patrick Mudekereza, Michael Disanka und Eva-Maria Bertschy (v.l.n.r.)

Projektlaufzeit: 01 November 2021 – 31 März 2023
Vorstellungstermine:
23.09.2022 Premiere im FFT Düsseldorf im Rahmen des düsseldorf Festival
25.09.2022 Vorstellung im Theaterhaus Stuttgart
29.-01.09.2022 Vorstellungen in der Kaserne Basel
05.10. & 07.-08.10.2022 Vorstellungen im Vorarlberger Landestheater Bregenz
09.-10.11.2022 Vorstellungen in der Schaubühne Lindenfels im Rahmen des Festivals euro-scène Leipzig
Ende Januar 2023 Vorstellungen im Rahmen des CTM Festivals
Anfang Februar 2023 Vorstellungen in der Demokratischen Republik Kongo

1952 schnürte in der kongolesischen Provinz Ituri ein Schweizer Arzt sein Gepäck und reiste zurück nach Genf. Mit ihm dabei: sieben menschliche Skelette. Bis heute zweifelt die Universität Lubumbashi (Kongo) eine vermeintliche Zustimmung der Überführung durch die Angehörigen an. Seit 2019 sind der Universität die Körper überschrieben, doch noch immer werden sie in Genf aufbewahrt.

Welchen Beitrag kann ein künstlerisches Stück zur Debatte um die Restitution afrikanischer Kulturgüter und menschlicher Überreste leisten?

In ihrem neuen post-dokumentarische Musiktheater “The Ghosts Are Returning” macht sich die aktivistische Künstler*innen Gruppe GROUP50:50 auf die Suche nach den Nachkommen der gelagerten Körper: (Wie) Sollen die Skelette – und damit die Geister ihrer Ahnen – in die Heimat zurückkehren? Mit dieser Frage nach Raub und Rückgabe von Kulturgütern beschäftigt sich das musikalisch-szenische Stück – und ist zugleich ein Gedenken an die Millionen Opfer während der Kolonialzeit. Die Gruppe reiste im Rahmen der multimedialen Produktion nach Wamba und suchte den Austausch mit den Nachkommen und Menschen aus der betroffenen Region.

Auf dem Foto: Mitglieder des afrikanischen Volkes „Mbuti“.
Auf der Suche nach den Nachfahren der einst entwendeten „Pygmäen-Skelette“ reiste die GROUP50:50 Anfang 2022 nach Wamba und suchte in Gesprächen den Kontakt.

Musikalisch bewegt sich die multimediale Produktion zwischen den Genres und verbindet traditionelle kongolesische Musik, die bei Totenfeiern gespielt wird sowie Totenklagen aus der klassischen Musik.

PODIUM Esslingen knüpft mit diesem Projekt an den Erfolg des gesellschaftskritischen Minen-Oratoriums „Herkules von Lubumbashi“ von 2019 an, das ebenfalls als Kooperationsprojekt u.a. mit dem Centre d’Art WAZA Lubumbashi umgesetzt wurde.

Beteiligte Künstler*innen

Regie und künstlerische Leitung: Christiana Tabaro, Eva-Maria Bertschy, Michael Disanka und Elia Rediger
Komposition und Musikalische Leitung: Kojack Kossakamvwe und Elia Rediger
Dramaturgie und diskursives Rahmenprogramm: Eva-Maria Bertschy und Patrick Mudekereza
Bühne und Ausstattung: Christiana Tabaro, Michael Disanka und Janine Werthmann . Performer*innen: Ruth Kemna (Bratsche und Performance), Christiana Tabaro (Gesang und Performance), Huguette Tolinga (Perkussion), Kojack Kossakamwve (Gitarre), Franck Moka (Elektronik und Performance), Merveil Mukadi (Bass), Elia Rediger (Gesang und Performance)

The Ghosts are returning ist ein gemeinsames Projekt von PODIUM Esslingen mit der Group50:50, dem Centre d’Art Waza Lubumbashi und den European Alternatives – in Koproduktion mit CTM Festival Berlin, euro-scene Leipzig, Kaserne Basel und dem Vorarlberger Landestheater. Gefördert im Fonds TURN2 der Kulturstiftung des Bundes – gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin gefördert vom Fachausschuss Tanz & Theater BS/BL und der Stiftung Pro Helvetia.

Projektfotos

Projektfoto „The Ghosts are returning“


Mehr Infos unter: https://jungesfeld.de/

Gruppenfoto der GROUP50:50
Gruppenfoto der GROUP50:50
Das afrikanisches Volk der Mbuti lebt bis heute als Jäger und Sammler im Ituri-Regenwald im Nordosten der DR Kongo.

Recherchereise in Wamba, Januar/Februar 2022
Foto: Joseph Kasau

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