Georg Bütow: #makethempay

Instagram-Serie zwischen Realität und Fiktion

02. August bis 30. September 2021

PM und Bilddownload finden Sie unten

Georg Bütow schaut auf Instagram entschlossen in die Kamera, in seiner Hand eine Waffe. „Grüße gehen raus an alle, die keinen Bock mehr haben.“ Es ist nicht der erste irritierende Post, den der mittelmäßig erfolgreiche 38-jährige Schauspieler in den letzten Wochen unter dem Hashtag #makethempay auf seinem Instagram-Account gepostet hat. Neben Buchbesprechungen und Infografiken zum Klimawandel postet er unter anderem auch Aufrufe zum Widerstand. Vor allem gegen jene, die den Klimawandel auf dem Gewissen haben: die älteren Generationen. Unter #makethempay wird er im August und September 2021 in einer teils live gestreamten, teils professionell vorproduzierten Instagramserie zwischen Realität und Fiktion der Frage nachgehen, wer eigentlich Schuld am Klimawandel ist. Und wie viel Gewalt zur Rettung des Planeten nötig ist. Sich immer tiefer in seiner Ideologie verlierend, erschießt der gespielte Georg Bütow am Ende sogar seine eigene Oma.

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Wer ist für den Klimawandel verantwortlich? Für den fiktiven Georg Bütow ist die Antwort klar: Jene, die ihn nicht rechtzeitig aufgehalten haben. Ältere Menschen, die jetzt auf die Rente zugehen oder bereits in Pension sind. Sie haben seiner Meinung nach die Fehlentwicklungen der letzten Jahre nicht verhindert oder sogar aktiv vorangetrieben, um sich selbst zu bereichern. Umweltzerstörung, Artensterben, globale Ausbeutung, Kapitalismus und Neokolonialismus – für Bütow sind vor allem ältere Menschen wie seine Großmutter (gespielt von Helga Sieler) oder die 68-er Legende Rainer Langhans (in einem Cameoauftritt) Schuld an den Problemen der Gegenwart. Jetzt möchte er sich an ihnen rächen und startet deswegen einen Aufruf auf Instagram: Wer jemanden kenne, der für die miserable Lage der Welt verantwortlich sei, dürfe die Person „richten“, also erschießen. Dabei solle man den Hashtag #makethempay bei der Veröffentlichung des Mordes nutzen. Bütow selbst will mit gutem Beispiel vorangehen und startet eine ideologisch motivierte Mordserie, die er in sich zunehmend radikalisierenden und immer dringlicher werdenden Videobotschaften dokumentiert.

Die Serie #makethempay spielt bewusst mit der Verwischung der Grenze von Realität und Fiktion. Was ist ernst, was ist gespielt? #makethempay besteht aus einer Serie von Videoclips, die erst live auf Instagram laufen und danach dort als normale Posts sichtbar bleiben. Dass Bütow ausgerechnet die Sozialen Medien als Bühne wählt, ist nicht zufällig: Sie waren in den letzten Jahren vor allem der Schauplatz von ideologischer Radikalisierung und der Verbreitung von Fake-News. „Außerdem finde ich den Umgang auf den sozialen Medien paradox“, erklärt Regisseur Georg Bütow. „Einerseits erhalten wir dort viele Informationen, nach denen wir unser Verhalten in Hinblick auf die Klimakrise reflektieren und ändern müssten– andererseits nutzen wir gerade diese Medien, um vor den Anforderungen der Realität zu fliehen und eben nicht handeln zu müssen.“ Sein fiktives Alter Ego lässt als exemplarischer Fall keine Lücke zwischen seinem Wissen und seinen Handeln. Sein Tod am Ende der Serie wirft daher eine Reihe an Fragen auf: Wie können wir in der Klimakrise konsequent handeln? Wie können wir mit den Problemen umgehen, ohne in Panik zu verfallen oder Ideologie abzudriften? Und wie sollen wir den aktuellen Generationenkonflikt lösen? In #makethempay, so Georg Bütow, steckt hinter der reißerischen Oberfläche der Performance also vor allem ein verzweifelter Ruf nach Gemeinschaft und Solidarität. 

#makethempay, mit: Georg Bütow und Klara Höfels, Rainer Langhans, Helga Sieler, Wolfgang Michael, Torsten Voges, Henrike Hahn, Anselm Schenkluhn, Marcos Rodríguez Velo, Thomas Kahler, Rahel Schaber

Live-Daten der Serie: KW 31: Intro (2. August), KW 32: Deutsche Bank (9. August), KW 33: Rainer Langhans (16.-19. August), KW 35: Die Lobbyistin (30. August), KW 36: Team/ Oma (6. September), KW 37: Altenheim (13. September), KW 38: Torsten Voges (20. September), KW 39: BUMM! (27. September) und Verhör (29. September)

Konzept und Dramaturgie: Georg Bütow, David Hagenkötter

Produktionsleitung: Camilla Lønbirk

Strategische Projektpositionierung: David Hagenkötter

Texte: Sokola/ Spreter mit Georg Bütow

Kamera: Diego Sapienza

Licht: Joseph Habermehl

Ton: John Niclas Linn (Aufnahmen), Gabriele Reyna (Schnitt)

Schnitt und Farbkorrektur (Bild): Kevin Kopacka

Technische Beratung: TLT Veranstaltungstechnik

Set Design: Camilla Lønbirk

Das Projekt ist vom Fonds Darstellende Künste als Freies Theaterprojekt des Regisseurs und Schauspielers Georg Bütow gefördert und ermöglicht.

Instagram: @makethempay21

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Georg Bütow und Klara Höfels. Foto: Diego Sapienza
Georg Bütow. Foto: Diego Sapienza
Wolfgang Michael und Georg Bütow. Foto: Diego Sapienza
Georg Bütow und Torsten Voges. Foto: Diego Sapienza
Rainer Langhans. Foto: Diego Sapienza
Georg Bütow. Foto: Diego Sapienza
Wolfgang Michael. Foto: Diego Sapienza
Klara Höfels und Georg Bütow. Foto: Diego Sapienza
Georg Bütow und Rainer Langhans. Foto: Diego Sapienza
Georg Bütow. Foto: Diego Sapienza
Georg Bütow. Foto: Diego Sapienza

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