makropolis – Performance | Konzert | Installation im Maschinenhaus M0 im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst Berlin.
Foto: David Baltzer / bildbuehne.de

makropolis
Performance | Konzert | Installation

Tickets hier.
Pressemitteilung
Pressefotos zum Download

Termine: Mi. 18.01.2023, Do. 19.01.2023, Fr. 20.01.2023, Sa. 21.01.2023, So. 22.01.2023 jeweils 19:30 Uhr
Ort: KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst / Maschinenhaus M0, Am Sudhaus 3, 12053 Berlin
Zwischen artifizieller Sound-Fiction und performativem Spaziergang durch den Karten-Kosmos des Vatikan: Die LOSE COMBO zeigt mit Ensemble KNM Berlin das „Kartenspiel“ makropolis im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst

Was, wenn alle Maßstäbe schwanken und die Himmelsrichtungen wechseln wie der Wind? Für ihr neues Projekt makropolis ging die LOSE COMBO erneut auf die Suche nach dem performativen Potential der Kartographie. Und wurde fündig, diesmal bei einem sehr prominenten Exemplar, einem schier endlosen Karten-Reservoir mit exakt bezifferten, aber nie konstanten Maßstäben:

120 Meter lang, 6 Meter breit – ganze 40 Fresken mit Wandkarten gehören der weltweit größten Kartendarstellung an, die diesmal die Choreographie der neuen Performance leitet: Die 1581 fertiggestellte Galleria delle Carte Geografiche aus dem Cinquecento im Vatikan.

Aus verstreuten Details dieses palastgroßen Kartenhybrids skizziert die LOSE COMBO gemeinsam mit dem Ensemble KNM das Modell eines globalen Gemeinwesens jenseits territorialer Grenzen – ein Soundscape aus kartographischen Pixeln und geographischen Konturen, eine Performance zwischen historischen Episoden und gegenwärtigen Krisen, zwischen mythologischen Fabeln und antiker Geometrie. 

Für die Zuschauer*innen gibt es im industriellen, weiträumigen Maschinenhaus des KINDL eine frei begehbare Installation zu entdecken: Hunderte nicht-skalierte Zollstöcke markieren einen kubischen Freiraum, um den herum Konzert- und Textperformances verschiedenste kartographische Elemente miteinander kombinieren. 

LOSE COMBO ft. Ensemble KNM Berlin präsentieren das Performance-Konzert makropolis im weiträumigen Maschinenhaus im KINDL
Copyright: David Baltzer / bildbuehne.de

Der Auftraggeber der Galleria, Papst Gregor XIII., war selbst ein performativer Pionier. Er wollte durch die Landschaften schreiten, ohne seinen Palast verlassen zu müssen. So schuf ihm der Kartenkünstler Ignazio Danti mit einem Team internationaler Maler eine persönliche Karten-Galerie: Von Sizilien bis ins Piemont, auf die italienischen Inseln oder in die wichtigsten Häfen kann man spazieren, trifft, hineingezoomt in die Karten, aber auch auf die mythologischen und historischen Ereignisse, die das Land prägten, von Hannibals Schlacht gegen die Römer bei Cannae bis zur Belagerung Maltas. Dieses Neben-, In- und Übereinander von Geschichten und Bildern adaptiert die LOSE COMBO in makropolis zu einer kompositorischen, performativen und erzählerischen Struktur, und es entsteht eine interdisziplinäre Praxis künstlerischer Kartographie

Wie werden die detailreichen Karten-Fresken ins Spiel gebracht? Wie werden die Wellen der Adria, der Hafen von Ostia, Vulkane, Stadtansichten, Schlachtordnungen und Flussläufe zu Klängen und Bewegungen?

Die komplexen Kartenausschnitte werden durch farbige Abstraktion zur instrumentalen Spielvorlage für das Ensemble KNM Berlin: Bestimmt durch die Elemente der Karten entstehen Klänge und Geräusche, die wiederum Eingang in ein Tonband finden. Ein wechselseitiges Feedback aus graphischen und klangelektronischen Verwandlungen erzeugt den Soundtrack der Konzertperformance. Im Dialog mit diesem lassen die Musiker*innen in jeder Performance wieder neu ein Soundscape im Maschinenhaus des KINDL wachsen.

Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin. 1988 von Juliane Klein, Thomas Bruns und weiteren Student*innen der Hochschule für Musik Hanns Eisler im damaligen Ostteil der Stadt gegründet, wird es heute von elf Musikerpersönlichkeiten aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz geprägt. Weltweit präsentiert das Ensemble KNM Berlin Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte, die in enger Kooperation mit Komponist*innen, Autor*innen, Dirigent*innen, Künstler*innen und Regisseur*innen entstehen. Getragen werden die Programme von der Neugier auf das Unbekannte, von der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen unserer Gegenwart. 

Unter dem Label LOSE COMBO realisiert Jörg Laue seit 1994 hybride Live-Art-Projekte zwischen Performance, Lecture, Konzert und Installation – entgrenzte Zeit-Räume, die das Gegenwartserleben radikal herausfordern. In seinen bildnerischen und musikalischen Arbeiten befragt Jörg Laue die Schnittstellen digitaler Aufzeichnungsverfahren und analoger Kopier- und Reproduktionsvorgänge und erkundet Möglichkeiten einer zeitbasierten künstlerischen Kartographie. Gemeinsam mit dem Ensemble KNM Berlin wurde 2006 in der Elisabeth-Kirche FARADAY‘S CAGE realisiert sowie 2012 time/zones in der Akademie der Künste Berlin.

LOSE COMBO feat. Ensemble KNM Berlin

Claudia Splitt, Performance
Florian Feigl, Performance
Rebecca Lenton, Flöte
Peng-Hui Wang, Fagott
Jack Adler-McKean, Tuba
Theodor Flindell, Violine
Kirstin Maria Pientka, Viola
Cosima Gerhardt, Cello
Jonathan Heilbron, Kontrabass
Mattef Kuhlmey, Klangregie
Florian Fischer, Bildregie
Jörg Laue, künstlerische Leitung
Nina DeLudemann, künstlerische Mitarbeit / Kleider
Fabian Bleisch, technische Leitung
M.i.C.A. – Movement in Contemporary Art – Raisa Kröger/Katharina Meyer, Produktionsleitung
fellow Publishing – Johannes Fellmann (& Leonie Soltys), Presse/ÖA
Carmen Klaucke, Grafikdesign

Eine Produktion der LOSE COMBO gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlins, in Kooperation mit dem Ensemble KNM Berlin und dem KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst.

Pressemitteilung

Pressefotos